Was macht Sie zu einem guten Chef?

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Victoria Consulting, Forchheim – www.victoria-consulting.de

Das Thema Mitarbeiterführung schickt sich zwar noch nicht an, der Menge an deutscher Steuerliteratur den Rang abzulaufen, dennoch existiert zu diesem Thema eine unglaubliche Menge Material, die es schwer macht, sich zu orientieren. Wir sind der Meinung: Die eine Wahrheit oder Patentrezepte gibt es im Bereich Personal  niemals.

Was gute Führung ausmacht, trifft ein Ausspruch von Napoleon Bonaparte  recht gut:

„Jeder französische Soldat trägt einen Marschallstab in seinem Rucksack“

Napoleon Bonaparte

Napoleon glaubt, dass jeder Soldat in seiner Armee unter den richtigen Umständen das Zeug zu einem General hätte und dazu auch das Potenzial, eine Armee zu führen.

Gute Führung „hebt also Potenziale“ bei Mitarbeitern. Man könnte auch sagen, Führung bewirkt, dass Menschen gerne gemeinsame Ziele mitverfolgen. Gute Führung vermittelt Orientierung und zeigt Perspektiven auf, persönliche wie unternehmensbezogene.

 

Eine gute Führungskraft wird sich darum bemühen, Werte vorzuleben und die Mitarbeiter zu inspirieren, von sich aus um ein konstruktives Miteinander  bemüht zu sein. Beispiele für solche Wertmaßstäbe können sein:

  • Berechenbarkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Glaubwürdigkeit
  • Zwischenmenschliche Sensibilität
  • Kritikfähigkeit
  • Offenheit für Neues bzw. neue Erfahrungen
  • (innere/eigene) Veränderungsbereitschaft

Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass es „den Führungsstil“ nicht geben kann. Gerade in Zeiten der Veränderung ist auch im Bereich der Führung situationsbezogenes Führen zwingend notwendig. Dabei heißt Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit auch, dass Unangenehmes klar und ohne Herumzudrucksen kommuniziert wird. Im Zusammenhang mit den anderen, oben genannten Wertmaßstäben entsteht für den Mitarbeiter ein klares Bild und auch die Sicherheit, wie mit unterschiedlichsten Situationen (Krisen, Stress) umzugehen ist bzw. von Seiten der Firmenleitung und deren Führungskräften umgegangen wird.

Folgende Führungsinstrumente erleichtern Führung im Sinne des Vorstehenden:

  1. Wertegeleitetes Führungsverständnis vorleben – Lassen Sie Ihren Worten auch Taten folgen und gehen Sie mit gutem Beispiel voran
  2. Orientierung geben – Kommunizieren Sie übergeordnete Strategien und Ziele klar und verständlich. Dabei sollte nicht automatisch unterstellt werden, dass Zusammenhänge zwischen Kosten und Leistung, wirtschaftlichem Erfolg des Unternehmens und möglichen Gehaltsspielräumen allen Mitarbeitern wirklich immer klar sind. Verdeutlichen Sie immer wieder die übergeordneten Ziele und veranschaulichen Sie Ihren Mitarbeitern worauf es zur Erreichung dieser Ziele ankommt und welchen Beitrag jeder Einzelne dazu leistet.
  3. Steuern Sie den Informationsfluss konsequent und kommunizieren Sie klar – Stellen Sie den Prozess des Informationsflusses (Firmen-/Teambesprechungen, informelle Besprechungen z.B. beim gemeinsamen Frühstück, in Pausen) innerhalb des Betriebs und auch nach außen regelmäßig auf den Prüfstand (z.B. auch Verhältnis persönliche, direkte Kommunikation vs. E-Mail/unpersönliche Kommunikation).
  4. Vereinbaren Sie klare Ziele und Aufgabenschwerpunkte und kontrollieren Sie deren Erledigung oder die Erreichung von Zwischenzielen konsequent (Bsp. Projektplanung/Verschiebungen aufgrund unvorhergesehener Ereignisse).
  5. Koordinieren Sie Arbeitsabläufe und überprüfen Sie bestehende Prozesse auf Verbesserungsmöglichkeiten.
  6. Schaffen Sie ein motivierendes Arbeitsumfeld (ich schreibe hier bewusst nicht „motivieren Sie Ihre Mitarbeiter“, denn das gelingt nur im Kontext mit einer insgesamt glaubwürdigen und verlässlichen Unternehmenskultur) – Investieren Sie in das zwischenmenschliche Vertrauensverhältnis und übertragen Sie ein angemessenes Maß an Eigenverantwortung (Stichwort „Delegation“) auf Ihre Mitarbeiter.
  7. Treffen Sie Entscheidungen zeitnah (keine „Aufschieberitis“, insbesondere bei unangenehmen Dingen) und begründen Sie diese. Vermeiden Sie dabei, dass Sie Ihre eigenen Entscheidungen häufig und unvermittelt infrage stellen. Sie riskieren sonst, dass die Mitarbeiter den „roten Faden“ verlieren und Sie als unberechenbar wahrgenommen werden.
  • Beraten Sie wichtige Entscheidungen mit Ihrem Team, z.B. indem Sie Lösungsvorschläge und Entscheidungsvorlagen von Ihren Mitarbeitern/Teamleitern erstellen lassen
  • Diskutieren Sie fachbezogene Entscheidungen mit denjenigen Mitarbeitern, die an dieser Stelle kompetent sind. Es macht wenig Sinn, Entscheidungsalternativen grundsätzlich mit allen Mitarbeitern zu erörtern.
  • Begründen Sie Entscheidungen verständlich und so, dass klar wird, warum Sie einen bestimmten Weg eingeschlagen haben.
  • Sollte sich herausstellen, dass eine Einschätzung/Entscheidung falsch war, überdenken Sie diese und revidieren sie zeitnah.

8. Führen Sie regelmässig Mitarbeitergespräche – dies sind jahresbezogene Gespräche, ergänzend, wenn notwendig   anlassbezogene Gespräche  und gesonderte Gehaltsgespräche

9. Geben Sie wertschätzendes Feedback (nicht nur im Mitarbeitergespräch!) – sehr viele Mitarbeiter beklagen mangelndes Feedback und Lob.

10. Fördern Sie unternehmerisches Denken und Handeln (Anm.: das funktioniert nur bis zu einem bestimmten Grad und nicht bei jedem Mitarbeiter gleich, denn, wäre jeder Mitarbeiter ein „Unternehmertyp“, wäre er nicht bei Ihnen angestellt!) – Machen Sie Ihren Mitarbeitern bei der Vereinbarung neuer Ziele, Aufgaben und Projekte bewusst, in welchem Grad jeder Einzelne zum Unternehmenserfolg beiträgt. Erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihrem Team, welche Erwartungen auch von Ihren Kunden an Ihre Firma jetzt und in Zukunft herangetragen werden. Besprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern, welche Ansatzpunkte im jeweiligen Aufgaben- und Verantwortungsbereich bestehen, um einen zusätzlichen Nutzen für Ihre Kunden zu generieren. Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitern durch weitreichende Delegation (unter Beachtung  der Delegationsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter) Aufgaben selbstständig zu erledigen. Dabei sollten Verantwortung, eigene Entscheidungsbefugnis und dazu notwendige Qualifikation in Einklang stehen.

11. Sammeln Sie Informationen zu weiteren Qualifikationen, Neigungen und Hobbies Ihrer Mitarbeiter. Sie werden überrascht sein, welche Talente sich möglicherweise bereits in Ihren Reihen befinden.

12. Versuchen Sie, Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu entschärfen. Auch in guten Teams gibt es unterschiedliche Meinungen oder führen persönliche Animositäten innerhalb der Mitarbeiter zur „Lagerbildung“ und möglicherweise weit reichenden Folgen für das komplette Unternehmen oder Einzelne (Mobbing/Ausgrenzung). Vermitteln Sie hier und greifen Sie im Zweifelsfall auch entschieden durch, um Konflikte zu bereinigen.

Sicherlich sind Ihnen viele der vorgestellten Empfehlungen bekannt. Nichts desto trotz ist nur die Einsicht, dass Führung ein ständiger Prozess mit Höhen und Tiefen ist und dass Mitarbeiterführung einen hohen Stellenwert besitzen sollte und vor allem nicht nebenbei funktionieren kann, der Schlüssel zum Erfolg und zur Bildung von motivierten und leistungsbereiten Teams.

Quelle: http://www.steuerausblick.de/wordpress/?p=2175

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